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Modellzeichnung

Bauantrag genehmigt

Frankfurt a.M., 21.12.2015. Nach der Übergabe des Fördermittelbescheids des Landes Hessen für den Neubau des Klinikums Frankfurt Höchst ist kurz vor Weihnachten ein weiterer konkreter Meilenstein für den Neubau des Klinikums erreicht worden: Die Bauaufsicht der Stadt Frankfurt übergab die Baugenehmigung für den Neubau.

Rosemarie Heilig, Aufsichtsratsvorsitzende der Zentralen Errichtungsgesellschaft und des Klinikums Frankfurt Höchst sowie Gesundheitsdezernentin der Stadt Frankfurt am Main, würdigte dies am Montag gemeinsam mit den Geschäftsführern der ZEG sowie Vertretern des Klinikums durch eine besondere Plakataktion in der Personalcaféteria des Klinikums.

Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig: „Mit der Genehmigung des Bauantrages haben wir die nächste große Etappe in der lange geplanten Umsetzung des Klinikneubaus erreicht. Ein Bauprojekt dieser Dimension ist immer Teamarbeit – da muss ein Rad in das andere greifen. Mein besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bauaufsicht, des Klinikums und der ZEG, die diesen Schritt so kompetent und zeitnah bearbeitet haben.“

„Mit einem unter ökologisch nachhaltig wirkenden Aspekten betriebenen neuen Gebäude und einem neuen zukunftsweisenden, integrierten Gesamtkonzept kann flexibel und zukunftssicher auf die kommenden Herausforderungen reagiert werden“, unterstreichen Udo Findt und Karsten Valentin, Geschäftsführer der Zentralen Errichtungsgesellschaft mbH, das Neubaukonzept.

Für die Bausumme von 236,7 Millionen Euro – den Löwenanteil in Höhe von 182 Mio. Euro bezahlt die Stadt Frankfurt am Main als Trägerin des Klinikums Frankfurt Höchst selbst - bekommt die Stadt östlich des jetzigen Bettenhauses in Richtung Windthorststraße ein sechs Stockwerke umfassendes Gebäude. Mit 54,7 Mio. EURO unterstützt das Land Hessen den Ersatzneubau des Klinikums Frankfurt Höchst.

In Höchst entsteht mit dem Neubau ein modernes Krankenhaus der kurzen und transparenten Wege. Wir werden mit der im Neubau möglichen Optimierung der Arbeitsabläufe wie auch mit der Passivhausbauweise einen qualitativ hohen Standard umsetzen und auf lange Sicht Kosten einsparen können. Doch das Zukunftspotenzial liegt nicht nur im Neubau allein. Auf dem Klinikgelände wird außerdem ein Gesundheitszentrum entstehen. Unser Klinikum hat bereits heute eine sehr hohe Akzeptanz in der Bevölkerung – nicht zuletzt aufgrund der Qualität und des außerordentlichen Engagements der Belegschaft. Mit dem Neubau und dem Gesundheitszentrum erhoffe ich mir, dass die Anziehungskraft noch weiter gestärkt wird.“ Die direkten Neubaumaßnahmen werden im Jahr 2016 gestartet, mit einer Fertigstellung wird bis Ende 2018 gerechnet, mit der Inbetriebnahme im ersten Halbjahr 2019. 

 

Über den geplanten Neubau

Der aus vier Querriegeln bestehende Neubau wird eine Bruttogeschossfläche von rd. 78 900 Quadratmetern und eine Nutzfläche von rd. 34 450 Quadratmetern haben. Geplant sind 664 stationäre Betten; dazu kommen 40 tagesklinische Plätze. Stationär werden so allein  im Neubau nach seiner Fertigstellung jährlich über 33 500 Patienten versorgt werden können. Vorgesehen sind zehn OP-Säle und ein Hybrid-OP, der mit Spezialgeräten wie Angiografieanlagen, Computertomographen oder Magnetresonanztomographen ausgestattet ist und über seine bildgebenden Modalitäten minimal-invasive Eingriffe erlaubt, die für den Patienten weniger traumatisch sind.

Mit dem zweiten Bauabschnitt soll begonnen werden, wenn der Neubau bezogen ist. Dann könnte die Augenklinik in die erst 2005 errichtete Zentrale Notaufnahme ziehen, die als einziger Teil des jetzt bestehenden Gebäude-Ensembles langfristig erhalten bleiben soll. Für die Klinik für Psychiatrie am Standort Höchst wird ebenso an einem Neubaukonzept gearbeitet.

 

Über das Klinikum

Das Klinikum Frankfurt Höchst ist eine Einrichtung der höchsten Versorgungsstufe und Akademisches Lehrkrankenhaus der Johann Wolfgang Goethe Universität mit 18 Kliniken (986 Betten vollstationär, 44 tagesklinische Plätze), zwei Zentralinstituten, dem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ), dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) sowie Krankenpflegeschulen und Schulen für nichtärztliche medizinische Fachberufe. Über 2.000 Beschäftigte versorgen jährlich ca. 36.000 stationäre und 80.000 ambulante Patienten aus einem weiten Einzugsgebiet. Als gemeinnützige Gesellschaft des privaten Rechts (GmbH) befindet sich das Klinikum in vollständiger kommunaler Trägerschaft. Ein Ersatzneubau wird bis 2018 errichtet. Mehr Informationen zu den medizinischen Zentren des Klinikums Frankfurt Höchst im Internet unter www.KlinikumFrankfurt.de.

Die Stadt Frankfurt am Main als Vorreiterin bei der Errichtung von Passivhausbauten hat sich entschlossen, auch den Neubau Klinikum Frankfurt Höchst als Passivhaus zu errichten.

Für Krankenhäuser existieren noch keine Passivhauskriterien. Diese waren im Zuge der Planungen zu ermitteln und festzuschreiben. Schon im Pflegebereich lassen sich die Kriterien für Pflegeheime nicht anwenden.

  • Die Beleuchtungsstärke in den Pflegezimmern, den Arbeitsräumen, den Fluren muss die ärztliche und pflegerische Betreuung rund um die Uhr gewährleisten.
  • An den Bettplätzen werden neben einer ausreichenden Beleuchtung zusätzlich Anschlüsse für Strom, medizinische Atemluft, Sauerstoff vorgesehen, um die notwendigen Geräte rund um die Uhr betreiben zu können.
  • Die Verkehrsflächen (Warteflächen, Flure, etc.) müssen ausreichend groß dimensioniert sein, um ein ungehindertes Arbeiten zu gewährleisten.
  • Die Aufzugskapazitäten müssen sowohl den Bettenverkehr, den Patienten- und Besucherverkehr, als auch den logistischen Anforderungen genügen.
  • Die Anforderungen an die krankenhausspezifische Versorgung erfordert verzweigte Warmwasser- und Lüftungskanalsysteme. Dies ist in der Energiebilanz zu berücksichtigen.

Dies bedeutet, dass der Primärenergiebedarf diesen Randbedingungen anzupassen ist. Angesichts des kompakten Gebäudes, der zu erzielenden Luftdichtigkeit und des Einsatzes von passiv-haustauglichen Fassaden und Fenstern lässt sich die Vorgabe für den Heizwärmebedarf problemlos  erreichen.

Bilanz

Die Erarbeitung eines energetisch hoch effizienten Krankenhauses erfordert von allen Planungsbeteiligten, aber auch von der zertifizierenden Stelle, eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit, notwendig. Ein Monitoring für den Neubau Klinikum Frankfurt Höchst nach dem Einzug ist unbedingt erforderlich, um zum einen die Randbedingungen und Berechnungen zu verifizieren, aber auch, um einen Grundstein für die Auslegung von Krankenhäusern auf Basis gesicherter Messwerte zu legen. Im Bereich der Medizinprodukte ist der Markt für energetisch optimierte Geräte sehr eingeschränkt. Dieses Feld bietet noch erhebliche Entwicklungspotentiale.